Der Lehrgang "Frauenzentrierte Laufbahnberatung" fand von April 2003 bis März 2004 statt. Er umfasste 20 Seminartage mit insgesamt 160 Trainingseinheiten (TE) sowie 140 TE betreutes Selbststudium und regionale bzw. virtuelle peer-group-Arbeit zwischen den Seminarblöcken.
Der Lehrgang wurde vom Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen in Zusammenarbeit mit AMS, Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer entwickelt. Die Absolventinnen erhielten ein Zertifikat.
Der Lehrgang wurde aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit gefördert und war für die Teilnehmerinnen - mit Ausnahme von Kosten für Unterkunft und Verpflegung – kostenlos.

Ziele
Zielgruppe
Zeiten, Orte und Kosten der Seminarblöcke
Inhalte der Seminarblöcke:

  1. Weibliche Lebensläufe und Berufsentscheidungen
  2. Kompetenzenanalyse
  3. Frauen und IKT
  4. Die Welt des Arbeitsmarktes - Visionen, Widersprüche, Chancen
  5. Weiterbildungsmarkt, Motivation und das notwendige Lernumfeld
  6. Beratungsmethoden und Interventionen
  7. Marketing in eigener Sache
  8. Networking und Mentoring
  9. Trainerinnen

Ziele:

die Teilnehmerinnen sollen nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs in der Lage sein, an ihren Arbeitsplätzen "Laufbahnberatung für Frauen" anzubieten, indem sie es entweder in bestehende Angebote integrieren oder neu initiieren. Dafür erhalten sie im Lehrgang

Wissen über

den österreichischen Bildungsmarkt und Lernbedürfnisse von Frauen und erlangen die Fähigkeit:

Zielgruppe:

Mitarbeiterinnen von Frauenberatungsstellen, AMS-Beraterinnen, innerbetriebliche Akteurinnen (Betriebsrätinnen/Personalentwicklerinnen)
 

Kosten:

Die Kosten richten sich nach dem jeweiligen Seminarort und sind je Block nachzulesen. Sie beinhalten eine Übernachtung mit Vollpension bei 2tägigen Blöcken sowie 2 Übernachtungen mit Vollpension bei 3tägigen Blöcken.
 

Zeiten, Orte und Kosten der Seminarblöcke:

Der Lehrgang findet in 8 Seminarblöcke zu 2, oder 3 Tagen statt. Insgesamt umfasst er 20 Seminartage (2tägige Blöcke: Do/Fr, 3tägige Blöcke: Do-Sa oder Mi-Fr.)

Die Kosten beziehen sich auf Unterkunft und Verpflegung während der Seminarzeit. Die Teilnahme am Lehrgang selbst ist kostenlos.

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Inhalte der Seminarblöcke:

1. Block: Weibliche Lebensläufe und Berufsentscheidungen
Zeit: 9.-11.4.2003 (3 Tage)
Ort: Seminarzentrum Flackl, Payerbach-Reichenau, NÖ, Hinterleiten 12, Tel. 02666/52 291-0
Kosten: 129,- EURO (Kategorie A= mit Bad/WC) bzw. 93,- EURO (Kategorie B= mit warmen Wasser)
2. Block: Kompetenzen-Analyse
Zeit: 15./16.5.2003 (2 Tage)
Ort: Seminarzentrum Flackl, Payerbach-Reichenau, NÖ, Hinterleiten 12, Tel. 02666/52 291-0
Kosten: 70,- EURO (Kategorie A) bzw. 52,- EURO (Kategorie B)
3. Block: Frauen und IKT
Zeit: 26.-28.6.2003 (3 Tage)
Ort: Technisch-Gewerbliche Abendschule, 1040 Wien, Plößlgasse 13
Tel. 505 35 50-3050
Tipp für günstige Übernachtungsmöglichkeit in Wien:
Lehrerhausverein, 1080 Wien, Lange Gasse 20, Tel. 403 23 58-0
4. Block: Die Welt des Arbeitsmarktes – Visionen, Widersprüche, Chancen
Zeit: 25.-27.9.2003 (3 Tage)
Ort: Institut für frauenspezifische Sozialforschung, 1010 Wien, Seitenstettengasse 5/7
5. Block: Weiterbildungsmarkt, Motivation und das notwendige Lernumfeld
Zeit: 20./21.11.2003 (2 Tage)
Ort: Bildungshaus Jägermayrhof, 4020 Linz, Römerstraße 98, Tel. 0732/770363-0
Kosten: 76,- EURO
6. Block: Beratungsmethoden und Interventionen
Zeit: 15.-17.1.2004 (3 Tage)
Ort: Seminarzentrum Flackl, Payerbach-Reichenau, NÖ, Hinterleiten 12, Tel. 02666/52 291-0
Kosten: 129,- EURO (Kategorie A) bzw. 93,- EURO (Kategorie B)
7. Block: Marketing in eigener Sache
Zeit: 26./27.2.2004 (2 Tage)
Ort: Brunauer Bildungshaus, 5020 Salzburg, Elisabethstraße 45a, Tel. 0662/45 42 650
Kosten: 83,- EURO
8. Block: Networking und Mentoring
Zeit: 25./26.3. 2004 (2 Tage)
Ort: Seminarzentrum Flackl, Payerbach-Reichenau, NÖ, Hinterleiten 12, Tel. 02666/52 291-0
Kosten: 70,- EURO (Kategorie A) bzw. 52,- EURO (Kategorie B)

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1. Weibliche Lebensläufe und Berufsentscheidungen

Weibliche Lebensläufe müssen in ihrer Komplexität und Entwicklung betrachtet werden, um die Möglichkeiten der Intervention durch Beratung zu entdecken. Entscheidungen, wie die Berufswahl(en), finden entsprechend der eigenen mentalen Modelle in gesellschaftlichen Kontexten statt. In diesem Block werden sowohl die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beleuchtet wie auch die mentalen Modelle analysiert. Themen sind: Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Einkommen/Geld, weibliche Vorbilder, Berufsbilder. Mit der Methode der Kollektiven Erinnerungsarbeit werden die Teilnehmerinnen ihre eigenen Berufsentscheidungen untersuchen. Ein Grundverständnis von Laufbahnberatung wird als gemeinsame Basis für den weiteren Lehrgang erarbeitet.

Leitung: Marion Breiter, Kerstin Witt-Löw

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2. Kompetenzen-Analyse

Eine genaue und realistische Selbsteinschätzung eigener Stärken, Fähigkeiten und Interessen ist der erste Schritt einer beruflichen Planung. Die Teilnehmerinnen lernen Instrumente des "Self-Assessments" und die "Bilanz der Kompetenzen“ kennen und üben ihre Anwendung. Darauf aufbauend werden individuelle Qualifikations – und Karrierepläne erstellt und Visualisierungsmöglichkeiten erprobt.

Leitung: Lisa Rücker, Itta Tenschert

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3. Frauen und IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) - Mythen und Möglichkeiten

In den letzten Jahren war ein arbeitsmarktpolitisches Ziel, mehr Frauen für IKT-Berufe zu motivieren und zu qualifizieren. Wie schauen Berufchancen für Frauen in der IKT- Branche jetzt aus? Welche Berufsbilder gibt es? Welche Erfahrungen gibt es mit frauenspezifischen Zugängen in der Vermittlung von IKT-Knowhow, speziell bei Frauen ohne Vorerfahrung?
In diesem Block werden die Teilnehmerinnen Orientierungen für den oft unübersichtlichen Bereich der EDV-Fortbildung bekommen, um in der Laufbahnberatung anhand von Checklisten das für eine Frau passende Angebot zu finden.
Die Teilnehmerinnen werden selbst einen Prozess des reflektierten IT-Lernens durchlaufen, indem sie sowohl gezielte Internet-Recherche üben wie auch eine Community im Internet als Kommunikationsforum für die eigene Lehrgangsgruppe errichten. Diese Community soll einen Chatroom und einen Newsroom enthalten. Internetkommunikation wird mit den technischen, administrativen und kommunikativen Elementen vorgestellt und angewendet.
Erfahrungen der transnationalen Partnerinnen mit "Computer-Alfabetisierung" und mit der "Virtuellen Aula" werden vorgestellt.

Leitung: Irene Besenbäck und Anna Stiftinger
Referentin: Britta Alder zum Thema: Chat - mehr als ein Schwatz?
Zur richtigen Verwendung von Chats in E-Learning-Projekten

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4. Die Welt des Arbeitsmarktes - Visionen, Widersprüche, Chancen

Geschlechtsspezifische Zahlen und Fakten schaffen einen Überblick über den Arbeitsmarkt. Die Berufsentscheidungen von Frauen und die dahinterstehenden mentalen Modelle werden in Zusammenhang mit Entwicklungen am Arbeitsmarkt gestellt. Für mögliche Zielgruppen der Laufbahnberatung werden Lösungsmodelle für ihr Problem am Arbeitsmarkt (Kinderbetreuung, Mobilität, Zeitbudget) erarbeitet und diskutiert.
Berufsfeldervergleich: zukunftsträchtige Berufsfelder (z.B. die Biotechnologie) und Branchen mit einem hohem Frauenanteil (z.B. Gesundheits- und Wellnessbranche) sollen auf Aufstiegschancen und Arbeitsbedingungen hin beleuchtet und untersucht werden.
Weitere Themen werden sein: arbeitsrechtliche Fragen, Frauen und ihre Beziehung zu Geld, Frauen in Führungspositionen, Frauen als Gründerinnen, Gender Mainstreaming als Strategie für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt.

Leitung: Ursula Moser-Zobernig, Marion Breiter
Referentinnen: AMS-Expertin zum Arbeitsmarkt, AK-Expertin zum Arbeitsrecht, Wirtschaftskammerexpertin

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5. Weiterbildungsmarkt, Motivation und das notwendige Lernumfeld

Sind im Beratungsprozess die Interessen und Fähigkeiten erhoben und berufliche Ziele festgelegt, dann ist oft Weiterbildung notwendig, um die notwendigen und passenden Qualifikationen und Fähigkeiten zu erwerben. Modelle und Möglichkeiten der inner- und außerbetrieblichen Weiterbildung werden vorgestellt und analysiert etwa Frauenförderprogramme in Unternehmen.
Durch eigenständige Recherchen sollen die Teilnehmerinnen einen Überblick über den Weiterbildungsmarkt gewinnen und Instrumente der Beurteilung des Angebots entwickeln.
Die notwendigen Umfeldbedingungen und die Motivation zum Lernen werden in diesem Modul ebenso zum Thema gemacht wie auch die frauenspezifische Didaktik.

Leitung: Ursula Moser-Zobernig, Marion Breiter

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6. Beratungsmethoden und Interventionen

Eine ganzheitliche Beratung setzt an der umfassenden Lebenssituation einer Frau an. Wissen über den Umgang mit Krisen, Gewalterfahrungen, versteckter Obdachlosigkeit sowie Unterstützung in Veränderungsprozessen sind Inhalte dieses Blockes. Die Teilnehmerinnen werden Anleitungen für Erstgespräche und Krisenberatung bekommen und die praktische Umsetzung üben.

Leitung: Marion Breiter, Kerstin Witt-Löw

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7. Marketing in eigener Sache

Gegen Ende einer Laufbahnberatung geht es darum, die eigenen beruflichen Pläne (in der Öffentlichkeit) darzustellen. Sowohl für die Frau, die die geplanten Karriereschritte erfolgreich umsetzen möchte, als auch für die Organisation, die die Beratung anbietet, stellt sich die Aufgabe, ihre Stärken, ihre Qualitäten, ihr Angebot überzeugend zu präsentieren. In diesem Block werden daher Grundlagen von Kommunikation, Kriterien effizienter PR-Arbeit und Präsentationstechniken vermittelt.

Leitung: Hannah Steiner, Itta Tenschert

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8. Networking und Mentoring

Als EQUAL Projekt mit nationalen Entwicklungspartnerinnen und transnationalen Partnerinnen ist Networking ein integrierter Teil von NORA. Auch die Zusammensetzung der Teilnehmerinnen soll einer Vernetzung verschiedenster Akteuerinnen dienen. In diesem Block werden die Teilnehmerinnen ihre Projekte präsentieren und gemeinsam Ideen entwickeln, wie sie welche Partnerinnen für ihre Pläne gewinnen können. Die Idee des Mentoring wird vorgestellt mit den Möglichkeiten der Integration in die Laufbahnberatung.
Die Entwicklungspartnerinnen und transnationalen Partnerinnen sind zu Teilen dieses Blocks für das Networking eingeladen.

Leitung: Marion Breiter, Kerstin Witt-Löw

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Zusätzliche Arbeitseinheiten:


Trainerinnen/ Referentinnen:

Britta ALDER, Drin, Studium Psychologie, Ausbildung zur Berufs- und Sozialpädagogin, Supervisions- und Coachingausbildung, FH Furtwangen: 2sem. Ausbildung zur Expertin für neue Lerntechnologien
Trainerin in der Erwachsenenbildung, Entwicklung von E-Learningkonzepten

Irene BESENBÄCK, Maga,  Studium der Mathematik und Philosophie, Psychologie, Pädagogik.
Seit 1992 tätig im Bereich Gender, Schul(-entwicklung) und LehrerInnen-fortbildung, seit 1998 Konzeption und Umsetzung von Projekten im Bereich Frauen, Arbeitsmarktpolitik und IT. Universitätslektorin am Institut für Mathematik der Uni Wien.

Marion BREITER, Drin, Jahrgang 1952, Sozialwissenschaftlerin und Psychotherapeutin. Mitbegründerin der 1.Wiener Frauenberatungsstelle. Projektmanagerin im Netzwerk österr. Frauen- und Mädchenberatungsstellen (FMBS) mit Schwerpunkt Aus- und Weiterbildung für Mitarbeiterinnen von FMBS. Lektorin an der Universität Wien zu Frauenforschungsthemen

Uschi MOSER-ZOBERNIG, Maga, Jahrgang 1957, Studium der Soziologie Uni Linz, Ausbildung zur Supervisorin, verheiratet , 2 Kinder , derzeit selbständige Trainerin, Moderatorin und Supervisorin mit langjähriger und vielfältiger Erfahrung.

Lisa RÜCKER, Dipl. Sozialarbeiterin. Diplom für gemeinwesenorientiertes Sozialmanagement. Langjährige Mitarbeit im Frauenservice Graz: Frauenberaterin, Gründerin und Leiterin eines Stadtteilcafés und eines Beschäftigungsprojektes für Frauen

Hannah STEINER, Maga, Übersetzerin. Koordinatorin des Netzwerks österr. FMBS. Arbeitsschwerpunkte: Projektmanagement, transnationale Zusammenarbeit. Redakteurin und Mitarbeiterin der "Frauenschiene" von Orange 94.0, dem freien Radio in Wien

Itta TENSCHERT, Drin, Psychologin, Philologin, Supervisorin, Mitbegründerin und Koordinatorin des Netzwerks österr. Frauen- und Mädchenberatungsstellen; langjährige Erfahrung als Trainerin in der Erwachsenenbildung mit den Schwerpunkten Öffentlichkeitsarbeit, Beratungsmethoden, Projektmanagement

Anna STIFTINGER, Maga, neue medien & kommunikation, Salzburg.
Politologin, Erwachsenenbildnerin, Projektmanagerin. Seit 1997 Projekte im Bereich Frauen und IT u.a. mit folgenden Schwerpunkten: Aus- und Weiterbildung, Arbeitsmarktpolitik, Regionalentwicklung, Frauenförderung im IT-Bereich.

Kerstin WITT-LÖW, Drin, Jahrgang 1960. Psychologin. Selbständige Trainerin, Organisationsberaterin und Coach mit Schwerpunkt "Empowerment von Frauen". Seit 1987 Lektorin an der Universität Wien im Bereich Frauenforschung/Gender Studies. Mutter von 2 Töchtern.


Koordinatorinnen:
Drin Marion Breiter, Drin Kerstin Witt-Löw

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