Was unsere Demokratie jetzt braucht

10.09.2019: Der Solidaritätspakt veröffentlichte heute im Rahmen einer Pressekonferenz den Bericht: „Damit Österreich lebendig bleibt. Was unsere Demokratie jetzt braucht“!

Wie leben wir lebendige Demokratie?

Als Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen haben wir uns dem Solidaritätspakt der Zivilgesellschaft angeschlossen – denn wir sind überzeugt davon, dass wir Demokratie aktiv mitgestalten müssen, um tatsächliche Geschlechtergerechtigkeit - und somit eine gleiche Teilhabe und Mitbestimmung aller in der Gesellschaft - zu ermöglichen.

Als Dachorganisation von derzeit 60 Frauen- und Mädchenberatungsstellen aus allen neun Bundesländern vertreten wir seit 1995 deren gemeinsame Interessen und sind somit eine Lobby für Frauenanliegen. Auf  mehreren Ebenen und mit verschiedenen Strategien beteiligen wir uns dabei an einer lebendigen Demokratie, z.B. indem wir Qualitätsstandards für Beratungseinrichtungen entwickeln, Frauen*anliegen öffentlich machen, Fraueneinrichtungen vernetzen oder uns als Expertinnen zu gleichstellungspolitischen Themen positionieren.

Wir kritisieren, dass Frauen* in unserer Gesellschaft immer noch auf vielfältige Weise durch geschlechtliche Hierarchien benachteiligt sind! Nach wie vor sind Frauen* in einem hohen Ausmaß von Gewalt betroffen, verdienen deutlich weniger als Männer* und sind überwiegend für unbezahlte Haus- und Pflegearbeit zuständig.

Zusätzlich erleben wir seit einigen Jahren eine zunehmende Geringschätzung der wichtigen Arbeit frauenpolitischer Einrichtungen, feministische Errungenschaften werden angegriffen und Gleichstellungspolitik delegitimiert. Dies passiert u.a. mit Rückgriff auf die falsche Behauptung, Frauen* wären bereits gleichgestellt und würden deshalb auch gleich behandelt (weshalb es Frauenförderung und den Feminismus nicht mehr bräuchte).

Umso wichtiger ist es uns, laut zu bleiben und für unsere gemeinsamen Interessen einzustehen. In den letzten Monaten haben wir zu diversen Entwicklungen aktiv Stellung bezogen, die einer tatsächlichen Gleichstellung gegenläufig sind, z.B.: Budgetkürzungen für feministische Einrichtungen und Projekte durch das Frauenministerium; geschlechtsspezifische Auswirkungen der neuen Sozialhilfegesetzgebung sowie des 12-Stunden-Tages; Angriffe auf das Selbstbestimmungsrecht von Frauen*  durch die Petition #fairändern; Geringschätzung der Forderungen des Frauen*volksbegehrens im Parlament; Versuche, die wichtige Arbeit von akkreditierten, sexualpädagogischen Vereinen an Schulen zu verunmöglichen sowie die Nichtberücksichtigung von fundierten Stellungnahmen durch zahlreiche Expert*innen bei den geplanten Neuerungen im Dritten Gewaltschutzgesetz.

All diese Beispiele zeigen, dass es feministische, frauenpolitische Arbeit nach wie vor dringend braucht! Als Teil des Solidaritätspakts wollen wir uns weiterhin für eine (geschlechter)demokratische Gesellschaft stark machen!

https://solidaritaetspakt.org/demokratielebt/

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