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AKTUELLES:

 WORKSHOPS i.R. des Projekts "Vom Taschengeld bis zur Pension. Finanzkompetenz von Frauen und Mädchen stärken durch kompetente Beratung“."

ANMELDUNG für alle Workshops unter Angbabe des Workshop-Titels bitte an: anmeldung@netzwerk-frauenberatung.at

1. Geld und Macht: der Zusammenhang zwischen ökonomischer, institutioneller und physischer Gewalt


Workshop im Rahmen des Projekts: „Vom Taschengeld bis zur Pension. Finanzkompetenz von Frauen und Mädchen stärken durch kompetente Beratung.

Ort: Linz, Bildungshaus St. Magdalena, Schatzweg 177. www.sanktmagdalena.at
Zeit: 1. Juni 2022, 10 – 17h

In diesem Workshop setzen wir uns mit folgenden Themen auseinander:

  • Zusammenhang von ökonomischer, institutioneller und psychischer Gewalt auf struktureller und
    individueller Ebene – das Private ist politisch
  • Unbezahlte Sorgearbeit – Mental Load
  • Unterhalt und Alimente, Vermögensaufteilung
  • Vorurteile und Schuldgefühle im Zusammenhang mit Geld und Liebe / Beziehung / Familie / Ehe / Lebensgemeinschaft
  • Werthaltungen, Glaubenssätze, Überzeugungen zu Geld und Macht
  • Wie sprechen wir über Geld und Macht?

Ziele:
In der Beratung geht es darum, Mädchen und Frauen zu stärken im Erkennen von finanzieller Gewalt. Unsere Reflexionen zum Thema Geld, Macht und Geschlecht fließen in unsere Beratungsarbeit ein, wir entwickeln Handwerkszeug, um Ratsuchende zu stärken und sie bei ihrer nachhaltigen Existenzsicherung zu unterstützen.
Wir stärken Frauen* ganz konkret beim Verhandeln um faire Lösungen bei Trennung und Scheidung - Haltung, Strategien und Performance

Methoden:
Inputs, Kleingruppenübungen, Austausch über Fallgeschichten

Leitung:
Bettina ZEHETNER, Dr.in Mag.a, Studium der Philosophie und Soziologie. Mitarbeiterin im Verein Frauen* beraten Frauen*. Frauenberaterin und Laufbahnberaterin, Trainerin für interdisziplinäre Beratung bei Trennung und Scheidung, Genderkompetenz sowie Onlineberatung. Lektorin an der Universität Wien.

Publikationen: https://homepage.univie.ac.at/bettina.zehetner/publikationen.html.
Bettina Zehetner ist u.a. Mitautorin von:
Frauen* beraten Frauen* (2022): “Ist das schon Gewalt? Gewalt erkennen und verändern. Ein Handbuch.” Wien: Frauen* beraten Frauen* 2022 (Co-Autorin): https://www.frauenberatenfrauen.at/download/FBF-Handbuch-final-Screen.pdf

Frauen* beraten Frauen* (2022): “Was wirkt gegen Gewalt?” Abschlussbericht der qualitativen Studie des Instituts für frauen*spezifische Sozialforschung 2022: https://www.frauenberatenfrauen.at/waswirktgegengewalt.html

 

2.  Einkommensgerechtigkeit und der Wert von Arbeit:

Zur Bedeutung von bezahlter und unbezahlter Arbeit für die Existenzsicherung von Frauen

Workshop im Rahmen des Projekts: „Vom Taschengeld bis zur Pension. Finanzkompetenz von Frauen und Mädchen stärken durch kompetente Beratung.

Ort: Wien, Sargfabrik, Goldschlagstraße 169, 1140 Wien www.sargfabrik.at   
Zeit: 13. Juni 2022, 10 – 17h

In diesem Workshop setzen wir uns mit folgenden Themen auseinander:

  • Wie funktioniert das österreichische Sozialsystem (Solidaritätsprinzip, einkommensabhängige Pflichtversicherung)?
  • Was heißt das für die Existenzsicherung von Frauen bzw. das Armutsrisiko von Frauen in verschiedenen Lebensphasen?
  • Welche Rolle spielt dabei das Verhältnis von bezahlter und unbezahlter Arbeit?
  • Wie ist diesbezüglich die so genannte Wahlfreiheit zu bewerten?
  • Welche Chancen und Risiken birgt die zunehmende Digitalisierung am Arbeitsplatz für Frauen?
  • Was haben wir diesbezüglich während der Coronapandemie wahrgenommen?
  • Was muss sich ändern, welche aktuellen Reformvorschläge gibt es?

Ziele:

In der Beratung von Frauen geht es sehr oft um existenzielle Probleme die sich rund um das Thema Ehe, Scheidung, Pensionierung, Arbeitsplatz, Alleinerziehend etc. ergeben.

Dieser Workshop soll durch Wissensvermittlung und Reflexion Beraterinnen stärken, Frauen bestmöglich in ihren Entscheidungen zu unterstützen um einerseits Armutsrisiken zu vermindern und andrerseits eigenständige Lebensgestaltung zu fördern.

Indem wir über gesellschaftspolitische Bedingungen zur Bewertung von Arbeit nachdenken, schärfen wir unser eigenes Bewusstsein und stärken unsere solidarische Haltung


Methoden:
Inputs, biografische Erzählungen, Kleingruppenarbeit, Austausch

Leitung:
Mag.a Elisabeth Eckhart MA, Studium Theologie, Philosophie und Genderstudies, Mitarbeiterin der Frauenberatung Waldviertel, langjährige Beraterin und Erwachsenenbildnerin zu frauenspezifischen Themen, Genderexpertin

 

3. Money matters, does it? –

Workshop zur Bedeutung von Geld im Lebensalltag von Mädchen* und jungen Frauen* und den Möglichkeiten der Kompetenzentwicklung im Umgang mit finanziellen Themen in Beratungskontexten.

Workshop im Rahmen des Projekts: „Vom Taschengeld bis zur Pension. Finanzkompetenz von Frauen und Mädchen stärken durch kompetente Beratung“.

Ort: Jugend- und Familiengästehaus Klagenfurt, Neckheimgasse 6, 9020 Klagenfurt am Wörthersee
Zeit: 18. & 19. Juli 2022, jeweils 10 – 17h

In diesem Workshop setzen wir uns mit folgenden Themen auseinander:

  • Taschengeld Gap, Gender Pay Gap und Gap in der Finanzbildung
  • Welche Themen rund um den Umgang mit Geld beschäftigen Mädchen* und junge Frauen*?
  • Was brauchen Mädchen* und junge Frauen* zur Förderung ihrer Finanzkompetenzen– Erfahrungsberichte aus der Arbeit mit Teilnehmerinnen* aus dem EqualiZ
  • Wie können Mädchen* und junge Frauen* für den Umgang mit Geld sensibilisiert und gestärkt werden?
  • Möglichkeiten des Einsatzes von Methoden zur Förderung der Finanzbildung und -kompetenz von Mädchen* und jungen Frauen* im Beratungs- und Trainingssetting.
  • Existenzsichernde Berufsorientierung mit Mädchen* und jungen Frauen*

Ziele:
Sensibilisierung für die Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* zum Thema finanzielle Bildung und Kompetenzentwicklung; Kennenlernen und erproben von Methoden für die Erweiterung der Finanzkompetenz sowie Stärkung der Mädchen* und jungen Frauen*, sich mit der eigenen finanziellen Situation auseinanderzusetzen und selbstwirksame Lösungsansätze für eine finanzielle Absicherung zu entwickeln.

Methoden:
Inputs, Kleingruppenübungen, Erproben von Methoden, Austausch über Erfahrungsberichte aus der Praxis

Leitung:
Mag.a Dr.in Jasmin KULTERER, Bakk.a , Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaft und Anglistik mit Fokus Gender Studies. FiT-Begleiterin (Frauen in Handwerk und Technik) im EqualiZ.   
Marina PETROVIĆ, BA BA MA, Masterstudium Sozial- und Integrationspädagogik, Bachelorstudium Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Bachelorstudium Slawistik. Berufsorientierungsberaterin* und -trainerin* im EqualiZ.

 

4. Verhandeln ums Geld

Workshop im Rahmen des Projekts: „Vom Taschengeld bis zur Pension. Finanzkompetenz von Frauen und Mädchen stärken durch kompetente Beratung“.

Ort: Linz, Bildungshaus St. Magdalena, Schatzweg 177. www.sanktmagdalena.at
Zeit: 14. Und 15. September 2022, jeweils 10 – 17h

In diesem Workshop setzen wir uns mit folgenden Themen auseinander:

  • Sprechen wir über das Geld! Zum Verhältnis von Frauen und Geld: historische, soziologische und psychologische Aspekte.
  • Zahlen und Daten zum Gender Pay Gap: Wie Einstellungen, Einkommen und Arbeitsteilung zusammenhängen und die Auswirkungen auf die ökonomische Lebenssituation von Frauen. Strategien für Equal Pay auf individueller, betrieblicher und politischer Ebene.
  • Verhandeln um Geld: erfolgreiche Strategien. Vorbereitung von Gehaltsverhandlungen, Gestaltung und Nachbereitung.
  • Anwendungen in der Beratungspraxis: Wie können wir Frauen in ihrer finanziellen Kompetenz und bei Verhandlungen ums Geld stärken?


Ziele:
Sensibilisierung der Beraterinnen für das Thema Equal Pay – Ansätze und Grenzen in der Beratung. Erweiterung der Beratungskompetenzen im Umgang mit frauenspezifischen Einstellungen zu Geld und Einkommen. Beratung von Klientinnen zu Verhandlungsstrategien um Geld und Gehalt.

Methoden:
Inputs, Kleingruppenübungen, Rollenspiele, Austausch

Leitung:
Dr.in Kerstin Witt-Löw, selbständige Psychologin, Sozialwissenschaftlerin und Trainerin. Themen: Stärkung von Frauen durch Beratung, Equal Pay, Mentoring, Netzwerke. Lektorin an der Universität Wien.

 

5. Frauen und Pension: Wie das Wissen über die Pensionen die Handlungsfähigkeiten von Frauen und Mädchen erweitert

Workshop im Rahmen des Projektes: „Vom Taschengeld bis zur Pension. Finanzkompetenz von Frauen und Mädchen stärken durch qualifizierte Beratung“.


Ort: Salzburg, Parkhotel Brunauer, Elisabethstraße 45a, 5020 Salzburg www.parkhotelbrunauer.at
Zeit: Salzburg 26. /27. September 2022, jeweils 10:00 bis 17:00 Uhr

In diesem Workshop setzen wir uns mit folgenden Themen auseinander:

  • Wie hoch ist der Pensionsunterschied zwischen Frauen und Männern in Österreich und woran liegt das?
  • Was wäre notwendig, um diesen Unterschied zu verringern?
    Welche Regelungen im österreichischen Pensionssystem sollen Frauen unbedingt kennen, um sie für sich nutzen zu können?
  • Welche Regelungen im österreichischen Pensionssystem sollen Frauen unbedingt kennen, um sie vermeiden zu können?
  • Was steht eigentlich im Pensionskonto und was bedeutet dies für meine zukünftige Pension? Wie nutze ich den Pensionskontorechner?
  • Wer zahlt eigentliche die Pensionen und sind diese auch in Zukunft sicher?
  • Wie trage ich das erworbene Pensionswissen in die Beratung? Wie erreiche ich auch jüngere Frauen?

Ziele:
Viele Frauen habe eine Scheu sich mit dem Pensionsthema zu beschäftigten, weil es zu kompliziert scheint aber auch aus Angst vor einer geringen Pension. In diesem Workshop wird daher grundlegendes Wissen über wesentliche Regelungen und Instrumente des österreichischen Pensionssystems vermittelt. Dieses grundlegende Wissen erleichtert die weitere oder auch vertiefende Beschäftigung mit dem Thema und reduziert gleichzeitig die Angst, weil damit Handlungsspielräume von Frauen sichtbar werden.
Zur Vertiefung der Informationen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit sich im Rahmen von Rollenspielen mit diesen auseinander zu setzen. Perspektiven auf den praktischen Einsatz können mit theaterpädagogischen Methoden erprobt werden.
Zudem wollen wir gemeinsam Möglichkeiten erarbeiten wie vor allem junge Frauen an dieses Thema herangeführt werden können. Denn auch wenn die Pension am Ende des Erwerbslebens steht so bilden sich in der Pensionshöhe wesentliche Lebensentscheidungen ab. Frauen sollten daher möglichst früh mit dem nötigen Wissen ausgestattet werden.

Methode:
Inputs, Videos, biografische Erzählung, Kleingruppenarbeit, Austausch, Improvisationstheater, Rollenspiele, Theater der Unterdrückten

Leitung:
Mag.a Dr.in Ingrid Mairhuber Politikwissenschafterin, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt; Forschungsschwerpunkte: Alterssicherung, Geschlechtliche Arbeitsteilung, Angehörigenpflege und Pflegeberufe
Mag.a Katharina Fischer freie Theater- und Schreibpädagogin, Obfrau des theaterpädagogischen Vereins Starke Stimmen. Theaterworkshops und Projekte unter anderem in Kooperation mit Respekt:gemeinsam stärker, Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien, Kosmos Theater Wien, Dschungel Wien, WUK performing arts

Literatur: (kann als Vorbereitung gelesen werden)
BKA (2022): Frauen und Pensionen. Wie Lebensentscheidungen die Absicherung im Alter beeinflussen. 6. Aktualisierte Ausgabe 2022
Mairhuber, Ingrid/Mayrhuber Christine (202): TRAPEZ:ANALYSE: Geschlechtsspezifische Pensionsunterschiede in Österreich: Quantitative und qualitative Befunden, BKA, Wien

 

6. Frauen und Corona: Wessen Krise? Makro- und mikroökonomische Diagnosen
13. Oktober 2022, 13.30 – 17 h, ONLINE

und


7. ... und wie weiter? Emanzipatorisch wirtschaften
11. November 2022, 13.30 – 17 h, ONLINE

 

Zwei Workshops im Rahmen des Projekts: „Vom Taschengeld bis zur Pension. Finanzkompetenz von Frauen und Mädchen stärken durch kompetente Beratung“.

Im Workshop „Frauen und Corona“ stehen folgende Themen im Mittelpunkt:

• Geschlechter-Ökonomie der Corona-Krise und deren Folgen
• Grundlegende makro- und mikroökonomische Zusammenhänge, (globale) politische Ökonomie der Geschlechterverhältnisse, feministische Ökonomie
• Sozio-ökonomische Lebensverhältnisse
• Kapital – Macht – Geschlecht, Geschlechter-Produktion
• Geschlechtliche Arbeitsteilung, Erwerbs- und Reproduktionsarbeit
• Konkurrenz vs. Care

Im Workshop „… und wie weiter?“ setzen wir uns mit folgenden Themen auseinander:

• Corona-Krise und anti-feministischer Backlash
• Feministische Lehren der Covid-Pandemie
• Ansätze feministischer Wirtschaftspolitik
• Ökonomische Alternativen: Emanzipatorisch Wirtschaften
• Anders leben: Über-Leben

Ziele: Die Teilnehmerinnen sollen ihr Verständnis für politökonomische Zusammenhänge und (scheinbar) individuelle sozioökonomische Problematiken als durch gesellschaftliche Strukturen hervorgebrachte vertiefen. Im Zuge der Beratung sollen damit die Kontextualisierung konkreter weiblicher Lebensverhältnisse, die Sensibilisierung von Mädchen und Frauen im Erkennen ökonomischer Abhängigkeiten und der Bedeutung eigenständiger Existenzsicherung sowie letztlich das Fundament der Beratung selbst gestärkt werden – mit potentiell weitreichenden Implikationen für Sichtweisen und Strategien.

Methoden: Inputs, Diskussion, Arbeitsgruppen.

Leitung: Gabriele Michalitsch, MMag.a Dr.in, Politikwissenschafterin und Ökonomin, lehrt an den Universitäten Wien und Klagenfurt. Sie hatte (Gast-)Professuren u. a. an der Universität Wien, der Universität Graz sowie in Peking, Budapest und Istanbul inne. 2002-05 war sie Vorsitzende der Expert*innengruppe des Europarats zu Gender Budgeting.
Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Politische Ökonomie, politische Theorien, feministische Ökonomik. Zahlreiche Publikationen, zuletzt erschienen: „Das Öffentliche ist privat! Markt-Regierung und Geschlechter-Herrschaft“, in: Privat/öffentlich: Gesellschaftstheoretische Relevanz einer feministischen Debatte, hg. v. Heike Kahlert/Diana Cichecki/Nina Degele/Günter Burkart, Wiesbaden: Springer Verlag, 2022; „Länge mal Breite zahlen wir drauf …“, Interuniversitärer Forschungsverbund Elfriede Jelinek, Universität Wien, 2022, https://ifvjelinek.at/veroeffentlichung en/geschlecht-und-gewalt-laenge-mal-breite-zahlen-wir-drauf-2022/
 

8. Geld und Macht: was bedeutet diese Verschränkung für Migrantinnen?

05. und 06. Dezember 2022, 13.30 – 17 h, ONLINE

Workshop im Rahmen des Projekts: „Vom Taschengeld bis zur Pension. Finanzkompetenz von Frauen und Mädchen stärken durch kompetente Beratung“.

In diesem virtuellen Workshop werden wir uns mit folgenden Themen und Fragen auseinandersetzen:

  • Zusammenhang zwischen dem Zugang (oder Nicht-Zugang) zu Sozialgütern bzw. Existenzsicherung und den Abhängigkeitsverhältnissen zwischen Personen mit und ohne österreichische Staatsbürgerschaft
  • Ungleichgewicht, finanzielle Abhängigkeit, Gewalt gegen vulnerabilisierte Personen
  • Zusammenhang zwischen struktureller Gewalt, Rassismussystem, Kapitalismus und Kolonialität
  • Methodik mit einem feministischen Ansatz als entscheidender Faktor in der (Beratungs-)Arbeit mit rassifizierten Frauen
  • Mit welchen Sorgen und Anliegen kommen Migrantinnen in die Frauen- und Mädchenberatungsstellen? Worüber ärgern wir uns?
  • Warum scheitert (nie, ab und zu, immer) unsere Arbeit als Beraterinnen mit/für Migrantinnen?
  • Was brauchen wir (Beraterinnen), um einerseits die Widerstandsstrategien zu erkennen, die rassifizierte Migrantinnen in Situation finanzieller Gewalt allen Widrigkeiten und Problemen zum Trotz entwickeln und um andererseits die Betroffenen besser unterstützen zu können?
  • Was brauchen wir (Beraterinnen) um die eigenen Widerstandsstrategien von rassifizierten Migrantinnen in Situationen finanzieller Gewalt, trotz widriger und problematischer Situation, zu erkennen und um die Betroffenen besser unterstützen zu können?
  • Aktivierung der Vorstellungskraft bzw. Imagination darüber, was wir als Beraterinnen tun können, um die Strukturen zu ändern, die ursächlich für das Problem der finanziellen Gewalt von Migrantinnen verantwortlich sind.

Ziele:
Verankert im dekolonialen Feminismus, der Macht und Widerstand subalternisierter Frauen in den Mittelpunkt stellt, wollen wir Wege in der Beratungsarbeit entwickeln, um die eigenen Widerstandsstrategien von rassifizierten Migrantinnen in Situationen finanzieller Gewalt zu erkennen und zu stärken. Von/mit ihnen wollen wir lernen und unser Repertoire an Beratungsarbeit gegen Gewalt an Frauen erweitern: Einerseits geht es um einen kritischen Überblick über die großen gesellschaftspolitischen Zusammenhänge in Bezug auf Geld und Macht und die Wirkung auf Migrantinnen; andererseits um die Auseinandersetzung mit den konkreten Arbeitsmethoden der Migrantinnen-Beratung um Neues zu lernen und verinnerlichtes rassistisches Wissen bewusst zu machen bzw. ein Stück weit zu verlernen.

Methoden:
Inputs, Kleingruppenübungen, Austausch über Fallbeispiele

Leitung:
Luzenir CAIXETA, Dr.in Mag.a, Sozialethikerin. Mitgründerin und fast 30 Jahre Mitarbeit in maiz als Beraterin, Referentin u.a. für Selbstorganisation, partizipative Forschung, Care und Arbeitswandel, sowie als Geschäftsführerin. Lektorin an der Fachhochschule für Soziale Arbeit (Linz und Wien).

Florina PLATZER, Lic.a in Rechtswissenschaft, seit 20 Jahre bei maiz als rechtliche und psychosoziale Beraterin, langjährige Trainerin in der Erwachsenenbildung – pädagogische Reflexivität in der Arbeit mit Migrantinnen.

maiz - Autonomes Zentrum von und für Migrantinnen, Scharitzerstraße 6-8, 4020 Linz - www.maiz.at



ABGESCHLOSSENE PROJEKTE:

  • Equal Pay: Right Away!

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit. Strategien in Österreich und in anderen EU-Mitgliedsstaaten

Dokumentation der Tagungsbeiträge

Freitag, 11. 3. 2016, 9:30 – 17h
Haus der Europäischen Union, Wipplingerstraße 35, 1010 Wien

 

Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern sind eine bekannte Tatsache. Weniger bekannt ist, dass es österreichweit und international eine Vielzahl von Strategien gibt, um diesem Ungleichgewicht entgegen zu wirken. Der Fokus dieser Konferenz liegt daher vor allem auf dem, was in Österreich und anderen Ländern konkret gegen die Einkommensunterschiede getan wird. Wir möchten allen Equal-Pay-Interessierten die Gelegenheit bieten, von den unterschiedlichen Initiativen und Strategien zu erfahren und auch eigene Ansätze vorzustellen. Es geht um die Frage, wie wir als AkteurInnen voneinander lernen und uns besser vernetzen können, um gemeinsam an der Schließung des Gender Pay Gap zu arbeiten. Es geht auch darum, Ideen vorzustellen, die für Betriebe und PolitikerInnen als Anregung für Maßnahmen zur Reduzierung der Einkommensschere hilfreich sind.

Der Gender Pay Gap liegt im EU-Durchschnitt bei etwa 16%. Österreich hat dabei besonders hohe Werte: Frauen verdienen hierzulande rund 23% weniger als Männer. Der Gender Pay Gap ist dabei aber nicht als Monolith zu sehen. Zwar gibt es gemeinsame Muster, die zu einer Benachteiligung von Frauen führen, wie etwa die grundsätzlich geringere Bewertung von „typischen Frauenberufen“ im Vergleich zu traditionell „männlichen Berufsfeldern“. So wird nach wie vor Arbeit im Pflegebereich schlechter entlohnt als jene im technischen Bereich. Allerdings ist es auch wichtig, zu berücksichtigen, dass es  einerseits zwischen den Sektoren und andererseits auch innerhalb der Branchen große Unterschiede in Bezug auf die Einkommensunterschiede gibt. Mit Hilfe solcher detaillierten Kenntnisse lassen sich Strategien und Tools leichter entwickeln und möglicherweise zielgerichteter einsetzen.

Als Input-GeberInnen haben bereits zahlreiche AkteurInnen aus Arbeitsmarkt- und Gleichstellungspolitik, Institutionen, Vereine und Forschungsinstitute ihre Teilnahme zugesagt – weitere Präsentationen sind noch gerne willkommen.  Neben Ansätzen in Österreich werfen wir auch einen Blick auf Initiativen auf europäischer Ebene und können von den belgischen „Equal Pay Berichten“ lernen.
Wir laden alle an Equal Pay Interessierten herzlich zu diesem Ideenaustausch ein und freuen uns über zahlreiche Anmeldungen unter
anmeldung@netzwerk-frauenberatung.at

Programm

Die Konferenz ist eine Kooperationsveranstaltung des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen mit dem Haus der Europäischen Union im Rahmen des PROGESS Projekts „Zero Gender Pay Gap“.
Für die inhaltliche Gestaltung verantwortlich: Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen i.R. des Projekts „Zero Gender Pay Gap“ und L&R Sozialforschung i.R. des Projekts „Gender Pay Gap: Neue Lösungsansätze für ein altes Problem“

 

 

  • Halbpension? Märchen und Wahrheit zum österreichischen Pensionssystem aus Frauensicht

26.01. 2016
ÖGB, Johann-Böhm-Platz 1

Am 26. Jänner fand der von der Armutskonferenz veranstaltete Studientag zur Pensions-Politik statt, an dem das österreichische Pensionssystem aus Frauensicht analysiert wurde. Im Rahmen des EU-Projekts „Faires Einkommen - Faire Pension“ beteiligte sich auch das Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen als Kooperationspartnerin.

 

Strukturwandel am Arbeitsmarkt - Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik

 

Christine Mayrhuber, Pensionsexpertin des Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) kritisierte in ihrem Eingangsreferat, dass die aktuelle Diskussion um Pensionssystem und das Antrittsalter von Frauen an den eigentlichen Problemen vorbeigehe. Aufgrund des Äquivalenzprinzips im österreichischen Pensionssystem müsse ein Reformdiskurs immer auch den Arbeitsmarkt miteinbziehen. Gerade der Strukturwandel am Arbeitsmarkt habe einen großen Einfluss auf die Alterssicherung - nachteilig betroffen seien davon besonders Frauen. „In jeder öffentlichen Debatte zum Pensionssystem kommt die Forderung nach einer vorzeitigen Anhebung des Pensionsantrittsalters für Frauen wie das Amen im Gebet. Angesichts der strukturellen Probleme ist das aber vernachlässigbar“, so Mayrhuber. Die WIFO-Expertin stellte Besonderheiten des österreichischen Arbeitsmarkts dar, von denen insbesondere Frauen betroffen sind. So ist der Frauenanteil unter den Niedriglohnbeziehenden im EU-Vergleich besonders hoch, die Vollzeiterwerbstätigenquote ist bei Frauen hingegen besonders niedrig. Insgesamt steigen zwar die Beschäftigungszahlen, das Arbeitsvolumen sinkt jedoch. „Die Erzählung, dass Österreich besonders gut durch die Krise gekommen sei, stimmt so nicht mehr, wenn man die Frauenbrille aufsetzt“, sagte Mayrhuber. Frauen bekommen in Österreich nicht nur weitaus geringere Alterspensionen, sie haben auch insgesamt weniger häufig überhaupt einen Zugang zu einer Pension. Mayrhuber identifizierte einen Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik: Frauen würden individuell adressiert und ihre Lebensentscheidungen in den Blick genommen, die Machbarkeit aufgrund der Gegebenheiten am Arbeitsmarkt würden jedoch nicht beachtet werden. Präventive Sozialpolitik müsse aber wesentlich früher ansetzen. Auch sei in den Köpfen noch immer stark eine Produktionsgesellschaft verankert, während wir längst in einer Dienstleistungsgesellschaft angekommen seien. Mayrhuber forderte daher eine Neudefinition des Arbeitsbegriffs sowie eine Neuverteilung der bezahlten Erwerbsarbeit und der unbezahlten Sorgearbeit, die nach wie vor hautsächlich von Frauen getragen werde.

 

Verschleierungstaktik Generationenkampf

 

Am Nachmittag präsentierte Angelika Gruber von der Arbeiterkammer (AK) in ihrem Vortrag „Pensionssystem - Alte gegen Junge?“ den Abhängigkeitsquotenrechner der AK. Die Ökonomin argumentierte, dass die Debatte um die sogenannte Generationengerechtigkeit in der Alterssicherung den eigentlichen Verteilungskonflikt verschleiere und jungen Menschen eher schade als helfe. Soziale Unterschiede seien nicht innerhalb einer Generation, sondern quer durch alle Altersschichten zu finden: Herkunft, Klasse und Geschlecht würden die Chancen auf Einkommen, Vermögen und soziale Absicherung bestimmen. So wird auch der Bildungsgrad in Österreich größtenteils vererbt. Und während die untere Hälfte der Haushalte kaum nennenswerte Erbschaften erhält, erben die reichsten zehn Prozent durchschnittlich mehr als 300.000 Euro. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der EU sind diese leistungslosen Einkommen in Österreich steuerfrei. Alterssicherung sei also keine Frage der Biologie, sondern der Ökonomie, argumentierte die AK-Expertin. Auch die demografische Entwicklung identifizierte Gruber als bestimmenden Faktor in der Debatte um einen angeblichen Generationenkonflikt. Es entstehe in der öffentlichen Wahrnehmung ein Krisen- bzw. Katastrophenszenario, das wiederum als Legitimation für den Umbau bzw. Abbau des Sozialstaates herangezogen werde. Gruber stellte zudem den Abhängigkeitsquoten-Rechner vor, ein Grafik- und Rechenprogramm, das von der Arbeiterkammer entwickelt wurde, um ökonomische und demografische Abhängigkeiten im Pensionssystem darzustellen. Die Arbeiterkammer sieht eine hohe Beschäftigungsquote und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze als Schlüssel zu einer Sicherung des Pensionssystems.

 

Faire Einkommen - Faire Pensionen

 

Judith Schwentner, Sozialsprecherin der Grünen, präsentierte im Anschluss das Grüne Pensionsmodell, das Pensionen sozial gerecht und geschlechtergerecht sichern soll und von den TeilnehmerInnen des Studientags diskutiert wurde. “Eine zentrale Frage, die uns in der Debatte fehlt, ist die Frage, was ein Pensionssystem eigentlich leisten soll”, sagte Schwentner. Genannt wurden dabei Kriterien wie „Existenz im Alter sichern“, „Altersarmut verhindern“ und eine „geschlechtergerechte Berechnung“.  Das grüne Pensionsmodell geht von einer Grundpension für alle Menschen (abhängig von der Dauer des Aufenthalts in Österreich) in der Höhe von maximal 870 Euro aus. Das sei, so Schwentner, eine Art „Grundeinkommen im Alter“, das aus dem Steuertopf finanziert werden soll. Darauf aufbauend käme dann noch der durch Erwerbsarbeit entstandene Pensionsanspruch. „Billiger wird es mit dem grünen Modell nicht“, erklärte Schwentner. Es gehe aber vor allem um die Fragen, wie man das Vorhandene gerechter verteilen könne und um ein generelles „Commitment für ein existenzsicherndes Einkommen im Alter“, so die Sozialsprecherin weiter.

 

Hannah Steiner vom Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen präsentierte das Projekt „Faires Einkommen – Faire Pension“, das bis Ende April in mehreren EU-Ländern durchgeführt wird. Eben erschienen ist eine Broschüre, die den Gender Pay Gap und den Gender Pension Gap sowie deren gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Österreich analysiert, ab März wird es eine Sensibilisierungskampagne geben, die mit Werbung in Straßenbahnen und einer Facebook-Kampagne auf die Themen Einkommens- und Pensionsgerechtigkeit aufmerksam machen möchte.