Erwerbstätigkeit ist Gewaltprävention!

Im Rahmen des halbjährlichen Plenums des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen am 30.9.2021 und 1.10.2021 haben sich Vertreterinnen aus rund 40 Beratungsstellen aus ganz Österreich in Wien getroffen um Bilanz zu ziehen.
Sie betonen: Breite Präventionsarbeit ist eine der zentralen Säulen im Gewaltschutz. Oft vernachlässigt, aber besonders wichtig ist, Frauen aus der finanziellen Abhängigkeit von ihren Partnern, Vätern, Brüdern herauszuführen. Denn: „ökonomische Unabhängigkeit ist eine essentielle Voraussetzung um sich vor Gewalt zu schützen und um sich aus einer Gewaltbeziehung befreien zu können“, so Margarete Bican, Geschäftsführerin im sprungbrett für Mädchen und eine der Vereinsvorsitzenden im Netzwerk.

Presseaussendung 25.10.2021

Erwerbstätigkeit ist Gewaltprävention!

22 ist die traurige Zahl mit der Österreich die Statistik über die dieses Jahr verübten Femizide in Europa anführt. Seit Monaten weisen Frauen- und Opferschutzeinrichtungen auf ihre Forderungen hin, um weitere Morde zu verhindern. Denn Gewalt beginnt lange vor dem Mord und genau hier setzt die präventive Arbeit der Frauen- und Mädchenberatungsstellen an.

Im Rahmen des halbjährlichen Plenums des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen am 30.9.2021 und 1.10.2021 haben sich Vertreterinnen aus rund 40 Beratungsstellen aus ganz Österreich in Wien getroffen um Bilanz zu ziehen.
Sie betonen: Breite Präventionsarbeit ist eine der zentralen Säulen im Gewaltschutz. Oft vernachlässigt, aber besonders wichtig ist, Frauen aus der finanziellen Abhängigkeit von ihren Partnern, Vätern, Brüdern herauszuführen. Denn: „ökonomische Unabhängigkeit ist eine essentielle Voraussetzung um sich vor Gewalt zu schützen und um sich aus einer Gewaltbeziehung befreien zu können“, so Margarete Bican, Geschäftsführerin im sprungbrett für Mädchen und eine der Vereinsvorsitzenden im Netzwerk.

Niederschwellige und kostenlose Beratung für Frauen und Mädchen ist hier ein essentielles Instrument. Sie stärkt, klärt auf und eröffnet neue Wege und Möglichkeiten. Die Beratungsstellen unterstützen Mädchen und Frauen dabei der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen, rechtzeitig Grenzen zu setzen und selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen und ihren Weg in eine Ausbildung oder in die Erwerbstätigkeit zu finden.

Doch selbst die beste Beratung kann die strukturellen Probleme und Benachteiligungen nicht ausgleichen, die auf Frauen einwirken. So scheint finanzielle Unabhängigkeit für viele Frauen unerreichbar, vor allem deshalb, weil Arbeit oft nicht mehr existenzsichernd ist. Das liegt daran, dass Frauen oft nur Teilzeitjobs annehmen können, weil sie nach wie vor für Haushalt und Kinder allein verantwortlich sind. Es liegt aber auch daran, dass sie oft in Berufen arbeiten, die zwar gern als systemrelevant bezeichnet aber nicht ausreichend entlohnt werden. Gerade hier braucht es ein tiefgreifendes Umdenken: Es reicht nicht Mädchen und Frauen für technische Berufe zu interessieren, es müssen auch die traditionell von Frauen ausgeübten Berufe wie Kinderbetreuung, Altenpflege, aber auch der Einzelhandel gesellschaftlich aufgewertet und vor allem finanziell höher bewertet werden.

Die Vertreterinnen des Netzwerks fordern daher: Frauen und Mädchen müssen finanziell unabhängig sein! Dafür braucht es: eine angemessene Entlohnung von Frauenberufen, besonders auch in den systemrelevanten Berufen, flächendeckende Kinderbetreuungsplätze und das Offenhalten der Kindergärten und Schulen, um eine Planungssicherheit für Frauen zu gewährleisten. Denn „finanzielle Unabhängigkeit wirkt präventiv gegen Gewalt“, ist Bican überzeugt.


Rückfragen: Mag.a Hannah Steiner, BA netzwerk@netzwerk-frauenberatung.at Tel. 01-595 37 60, netzwerk-frauenberatung.at und Facebook

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