Teilzeitbeschäftigten die Einbürgerung verwehren ist keine Leistung!

Apell an Integrationsstaatssekretär Kurz

Autorin: Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen
April 2013

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Kurz,

als Integrationsstaatssekretär haben Sie die wichtige Aufgabe, das Zusammenleben in Österreich zu verbessern und dafür zu sorgen, dass alle, die hier leben, zu ihrem Recht kommen. Dieser Aufgabe werden Sie jedoch nicht gerecht, wenn Sie Menschen, die schon lange hier leben oder sogar hier aufgewachsen sind, demokratische Grundrechte verwehren. Das Einkommen oder der Besitz von Geld dürfen nicht darüber entscheiden, ob jemand am Rechtsstaat teilhaben kann oder nicht. Viele ArbeiterInnen, Teilzeitbeschäftigte, unentgeltlich im Bereich der Kinder- oder Altenbetreuung Tätige sowie Menschen in Ausbildung haben damit keine Chance auf die StaatsbürgerInnenschaft.

Insbesondere teilzeitbeschäftigte Frauen fallen komplett durch den Raster des in Ihrem Ressort ausgearbeiteten Reformentwurfes. Die Betroffenen sind damit vom Wahlrecht und anderen politischen Rechten ausgeschlossen!

In Österreich verdienen Frauen nach wie vor um ein Drittel weniger als Männer. Durch diese Einkommensschere sind Frauen – egal welcher Nationalität – ohnehin benachteiligt. Wir appellieren daher an Sie, den Gender Gap nicht noch zusätzlich zu verschärfen.

Wir appellieren weiters eindringlich an Sie, den Ausschluss von Menschen aufgrund ihres Einkommens zu beenden. Ebnen Sie den Weg zu einer fairen und gerechten Einbürgerungsreform, unter besonderer Berücksichtigung der realen Lebenssituationen von Frauen!

Mit freundlichen Grüßen, Rosemarie Ertl, Mag.a Hannah Steiner

Koordinatorinnen Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen